„…ich wäre lieber nur manchmal krank…“

Das wünschen sich auch alle Eltern, deren Kinder auf Grund einen chronischen oder schwer wiegenden Erkrankung in der Universitätskinderklinik in Freiburg stationär aufgenommen werden müssen.

Gestern lud der Förderverein e.V. „INITIATIVE für unsere Kinderklinik Freiburg“ die ortsansässigen Elternvereine und Selbsthilfegruppen mit der dringenden Bitte um Unterstützung zu einer Info-Veranstaltung ein.

Ziel des Fördervereins ist der dringend notwendige Neubau der Universitätskinderklinik.

Dabei soll ein Gebäude entstehen, in dem die Abteilungen des Kinderkrankenhauses St. Hedwigs, der Universitätskinderklinik und die Kindernotfallpraxis unter einem Dach gemeinsam ihre Ressourcen bündeln und den Vorteil zur Nähe aller anderen Institutionen der Universitätsklinik nutzen können.

Bereits seit 1926 existiert die Universitätskinderklinik in den Gebäuden entlang der Bahnlinie in der Mathildenstrasse in mehr oder weniger unverändertem baulichen Zustand.

Das bedeutet keine Toiletten oder gar Nasszellen für Eltern in den 2-4-Bett-Zimmern…

es bedeutet Krankenzimmer, in denen die Eltern auf Klappbetten, die tagsüber aus Platzmangel weggeräumt werden müssen, schlafen…

es bedeutet keine Aufenthaltsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe zum Kind außerhalb des Krankenzimmers für Eltern…

…keine Küche für Eltern,

…kein „schneller“ Kaffee nach einer unruhigen und schlaflosen Nacht.

Besuch der Familie ist auf Grund des geringen Platzangebotes nur dosiert möglich.

Es bedeutet neben der plötzlichen Sorge und das eigene Kind, das vielleicht lebensbedrohlich erkrankt ist, eine Ausnahmesituation für den betreuenden Elternteil, der mir persönlich vergleichbar erschien mit Einzelhaft.

Ein kurzer Ausgang nur, wenn das Kind fest schläft, Essen nur, wenn das Kind fest schläft, Duschen nur, wenn das Kind fest schläft.

Zwischendurch unangenehme Untersuchungen, Blut abnehmen, Spritzen und Marathon- Alleinunterhaltung des kranken Sprößlings. Umsonst dazu bekommt man die soziale Isolation und das Gefühl, sich auf einem anderen Planeten aufzuhalten.

Was diese Situation für eine Familie mit Geschwisterkindern bedeutet, die in einer Entfernung von an die Hundert Kilometer lebt und deren Mutter auf Grund einer langfristig Erkrankung mit stationär aufgenommen wird, davon können die Betroffenen Balladen singen oder Bücher füllen.

Der Förderverein „INITIATIVE für unsere Kinderklinik Freiburg“  lässt für die Eltern und kranken Kinder in Südbaden einen Hoffnungsschimmer am Horizont erstrahlen, der aber dringend die Unterstützung unserer ganzen Region benötigt, um zu einem Sonnenschein zu gedeihen.

Sie finden Infos zur aktuellen Planungssituation der neuen Kinderklinik unter

http://www.initiative-kinderklinik.de/

Petra Huth

Elterninitiative Herzkranke Kinder Südbaden e.V.

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